ELISA UND JONATHAN

ES LEBTE EINMAL VOR LANGER ZEIT
IN EINEM KÖNIGSHAUS
EINE PRINZESSIN JUNG UND SCHÖN
VON ALLEN SEHR VEREHRT

IHRE LIEBE GALT EINEM BAUERSSOHN
IHR VATER WAR EMPÖRT
SIE WAR VERSPROCHEN EINEM PRINZ
AUS DEM NACHBARREICH

HEIMLICH TRAF SIE SICH MIT JONATHAN
WANN IMMER ES IRGEND GING
TRÄUMTE STILL VOM GLÜCK ZU ZWEIT
IN SEINEM STARKEN ARM

IM SONNENGLANZ, IM MONDENSCHEIN
IHRE SEELEN STRAHLTEN HELL
EIN BUND DER SCHÖNHEIT, ZAUBERHAFT
SO REIN UND HOFFNUNGSVOLL

ELISAS HOCHZEIT WURDE GEPLANT
DA RISSEN SIE EINES NACHTS AUS
ÜBER BERG UND TAL, WEIT, WEIT, FORT
IM DUNKEL DER STERNENNACHT

DES KÖNIGS ZORN WAR GRENZENLOS
SCHICKTE NACH IHNEN EIN HEER
EINE NIE GESEHENE RITTERSCHAR
NAHM DIE VERFOLGUNG AUF

MAN HETZTE SIE, MAN STELLTE SIE
AUF EINEM HOHEN BERG
DORT OBEN DANN, IN FELSIGER HÖH`
GAB`S KEINEN AUSWEG MEHR

“ERGREIFET SIE”, SO HIESS DER BEFEHL
DOCH DAZU KAM ES NICHT MEHR
SIE SPRANGEN VON DER KLIPPE HERAB
IN DIE TIEFE, DUNKLE SCHLUCHT

MAN BEGRUB SIE DORT AM HANGERFELS
KEIN KREUZ, NICHTS ZIERTE IHR GRAB
IHRE NAMEN WURDEN NIE WIEDER ERWÄHNT
GEÄCHTET AUF EWIGE ZEIT

DIE JAHRE ZOGEN ÜBER DAS LAND
FAST TAUSEND AN DER ZAHL
DA KAM EIN PÄRCHEN ZU DIESEM ORT
UND STAUNTE, WAS ES DORT SAH

WO MAN EINST DIE BEIDEN BEGRUB
WUCHSEN IN GANZER PRACHT
ZWEI URALTE EICHEN, MÄCHTIG UND GROSS
VON WUNDERSCHÖNER GESTALT

IHRE STÄMME NEIGTEN EINANDER ZU
DIE ÄSTE UMARMTEN SICH
FORMTEN SO EIN RIESIGES TOR
URCH DAS DIE SONNE SCHIEN
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Thomas Busse
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